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Museen | 25.05.2017 | 17:52

Krapfenteller und Knödelschüssel: Sonderschau eröffnet

Das Volkskundemuseum in Dietenheim zeigt seit heute die neue Sonderschau „Krapfenteller und Knödelschüssel“. Im Mittelpunkt steht das Pusterer Hafnergeschirr.

Kokuratorin Alexandra Untersulzner und die Direktorin der Abteilung Museen und der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, haben heute im Volkskundemuseum die Ausstellung "Krapfenteller und Knödelschüssel" eröffnet - Foto: LPA/H.M.GasserKokuratorin Alexandra Untersulzner und die Direktorin der Abteilung Museen und der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, haben heute im Volkskundemuseum die Ausstellung "Krapfenteller und Knödelschüssel" eröffnet - Foto: LPA/H.M.Gasser

Heute Abend (25. Mai) wurde im Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde in Dietenheim bei Bruneck die Sonderausstellung „Krapfenteller und Knödelschüssel. Hafnergeschirr aus dem Pustertal“ eröffnet. Mit dabei waren die Direktorin der Landesabteilung Museen und der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, der Bürgermeister von Bruneck, Roland Grießmair und Alexandra Untersulzner, Direktorin des Museums und Kokuratorin der Ausstellung.

Keramikgefäße wurden bis ins 20. Jahrhundert bei der Speisenzubereitung, zum Aufbewahren und Transportieren von Nahrungsmitteln und als Ess- und Trinkgeschirr verwendet. Handwerker produzierten Geschirr und Gefäße für die nähere und weitere Umgebung und für den Handel. Das Geschirr gibt Aufschluss über die regionale Esskultur und den Wandel von Arbeitswelt und Lebensformen in einer bäuerlich geprägten Region.

Die wichtigste Hafnerlandschaft in Tirol ist das Pustertal mit den Zentren Bruneck, St. Lorenzen, Abfaltersbach und Lienz, bedingt durch die Lehmgruben in der Nähe der genannten Orte. Im Pustertal wurde vor allem Geschirr des täglichen Bedarfs hergestellt, Häfen, Krüge, Milchschüsseln und vor allem aber jene Formen, in denen die typischen lokalen Speisen auf den Tisch gestellt wurden: Krapfenteller und Knödelschüsseln. Darüber berichteten die Ausstellungskuratorinnen Alexandra Untersulzner und Dorothea von Miller.

Ein vierjähriges Forschungsprojekt, das sich mit dem handwerklich hergestellten Keramikgeschirr in und um Bruneck aus dem 18. bis 20. Jahrhundert befasste, ging der Sonderausstellung voraus. Der Leiter des Projektes, Harald Stadler, von der Universität Innsbruck und Irmgard Endres aus Regensburg, Witwe des 2015 verstorbenen ersten Projektleiters Werner Endres und selbst Keramikexpertin, gingen in ihren Ausführungen näher darauf ein.

Ausgehend von der Sammlung des Volkskundemuseums wurden weitere museale und private Keramiksammlungen gesichtet, dokumentiert und verglichen. Rund 1500 Datensätze wurden in einer Datenbank erfasst, u. a. aus den Beständen des Bayerischen Nationalmuseums München, des Museums Schloss Bruck Lienz, des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, des Stadtmuseums Bozen, des Tiroler Volkskunstmuseum Innsbruck der Privatsammlungen Lorenzo Dal Rì Bozen, der Hafnerei Kuntner Bruneck. Ab Herbst 2017 wird diese Datenbank über das Online-Portal Kulturgüter in Südtirol – KiS www.provinz.bz.it/katalog-kulturgueter recherchierbar sein. Ebenfalls im September erscheint eine Publikation mit Autorenbeiträgen und einem umfassenden Katalog.

Die Sonderausstellung ist bis 31. Oktober 2017 täglich außer montags zu sehen, und zwar von Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr.

(SAN)

  1. Blick in die Ausstellung "Krapfenteller und Knödelschüssel", die heute im Südtiroler Volkskundemuseum eröffnet wurde - Foto: LPA/H.M.Gasser [JPG 12 KB]

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