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Museen | 31.08.2017 | 12:11

Alles rund um Milben: Internationale Tagung im Naturmuseum

Fachleute aus dem In- und Ausland berichten am 7. und 8. September im Naturmuseum Südtirol über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Milben.

Gamasina, eine Raubmilbe (etwa 2 mm groß). Sie ernähren sich von Insekten und anderen Milben. Verwandte Arten werden als Bekämpfer von Pflanzenschädlingen (Blattläuse, Rote Spinne, etc.) eingesetzt. Foto R. HoferGamasina, eine Raubmilbe (etwa 2 mm groß). Sie ernähren sich von Insekten und anderen Milben. Verwandte Arten werden als Bekämpfer von Pflanzenschädlingen (Blattläuse, Rote Spinne, etc.) eingesetzt. Foto R. Hofer

Die meisten Menschen denken beim Thema Milben an negative, oft juckende Reaktionen. Für Wissenschaftler ist diese Tiergruppe – eine Unterklasse der Spinnentiere – jedoch eine wichtige Quelle zur Erforschung von Parasiten und Krankheitsüberträgern (z.B. Zecken, Bienenmilben, Herbstbeiße). Zudem liefern sie Informationen zur Bewertung von unterschiedlichen Lebensräumen (Wiesen, Böden, Gewässer). Diese Vielfalt macht sie auch für Nicht-Milbenfachleute zu einer aufschlussreichen zoologischen Gruppe. Man schätzt, dass weltweit etwa eine Million Milbenarten vorkommt, von denen aber erst ein Bruchteil bekannt ist. Als Beispiel sei die Erforschung der Hornmilben genannt, einer Gruppe von bodenlebenden Tieren, die als Abbauer von toter Streu eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Insgesamt sind etwa 12.000 Hornmilbenarten bekannt, aus Südtirol bereits 400 Arten, von denen mehrere erst kürzlich in Südtirol entdeckt wurden.

In Zusammenarbeit mit Heinz Schatz von der Universität Innsbruck und dem Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz (D) findet am 7. und 8. September im Naturmuseum Südtirol das 11. internationale milbenkundliche Kolloquium statt. Eröffnet wird es am Donnerstag, 7. September um 9.30 Uhr vom Direktor des Naturmuseum Südtirol, Vito Zingerle, dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirates, Roland Psenner, sowie von Heinz Schatz, Universität Innsbruck und Axel Christian, Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. Fachleute aus dem In- und Ausland berichten danach zwei Tage lang über den aktuellsten Forschungsstand. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch (ohne Simultanübersetzung). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bis 1. September an milbenkolloquium@senckenberg.de ist allerdings erforderlich. Die Tagung wird für Lehrpersonen als Fortbildung anerkannt.

(LPA)

  1. Hornmilbe (Damaeus sp.). Diese Tiere werden mehr als 1 mm groß und leben in der Blattstreu. Sie spielen eine wichtige Rolle als Verbreiter von Bakterien und Pilzen zur Bodenbildung. Foto R. Hofer [JPG 11 KB]
  2. Plesiodamaeus craterifer, eine seltene Hornmilbe aus dem Mittelmeerraum, die in den Trockenstandorten Südtirols ihre nördlichste Verbreitung hat (Länge etwa 1 mm). Foto K. Pfaller [JPG 11 KB]
  3. Programm der Tagung [PDF 11 KB]

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