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Museen | 17.10.2017 | 16:09

Landesmuseen: Forschungsrat nimmt Tätigkeit auf

Gestern Abend hat sich der Forschungsrat der Südtiroler Landesmuseen konstituiert. Vorsitzender ist Roland Psenner.

Die Mitglieder des neuen Forschungsrates mit Landesrat Florian Mussner, der Direktorin der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, und Koordinatorin Evelyn Kustatscher - Foto: LandesmuseenDie Mitglieder des neuen Forschungsrates mit Landesrat Florian Mussner, der Direktorin der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, und Koordinatorin Evelyn Kustatscher - Foto: Landesmuseen

Die zehn Südtiroler Landesmuseen mit 16 Standorten im ganzen Land haben seit 2017 einen betriebsinternen Forschungsfonds und jetzt auch einen Forschungsrat, der die Forschungspolitik des Betriebes Landesmuseen begleiten wird. "Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung unserer Landesmuseen, der durch das neue Landesgesetz über die Museen und Sammlungen Nr. 6 vom 16. Juni 2017 vorbereitet wurde. Die Mittel der Forschung sind eine nachhaltige Investition in die Zukunft der Museen, die innerhalb der Euregio und darüber hinaus Forschungskooperationen eingehen können. Diesem Ziel sind wir mit der konstituierenden Sitzung des Forschungsrates nähergekommen, wir haben eine Tür geöffnet", freut sich Museen-Landesrat Florian Mussner.

Der neunköpfige Forschungsrat der Landesmuseen war im August von der Landesregierung ernannt worden und ist gestern im Naturmuseum in Bozen, einem der Landesmuseen, erstmals zusammengekommen, um aus seiner Mitte den Vorsitzenden zu wählen und die von den einzelnen Museen eingereichten Forschungsprojekte zu begutachten. Roland Psenner, Professor an der Universität Innsbruck und Präsident der Eurac wurde zum Vorsitzenden des Forschungsrates ernannt. Der Forschungsrat hat auch die Aufgabe, die Direktorin der Landesmuseen, Karin Dalla Torre, in Forschungsfragen zu beraten. Koordiniert wird die Tätigkeit des neuen Forschungsrates von der Kuratorin für Paläontologie des Naturmuseums in Bozen, Evelyn Kustatscher, die über große Forschungserfahrung verfügt.

Das neue Museumsgesetz definiert die Forschungstätigkeit und die Zusammenarbeit mit anderen universitären und außeruniversitären Forschungsinstitutionen als vorrangig in der Arbeit der Landesmuseen, weil Forschung, vor allem die Erforschung der Museumsobjekte die Grundlage für Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen in den Museen sind und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze für junge Akademiker/-innen schaffen. Die Bedeutung der Forschung für die museale Arbeit ist der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend bewusst.

Forschungsprojekte der Landesmuseen können nun neben den beiden Forschungsfonds des Landes und der Euregio auch aus dem eigenen Forschungsfonds des Betriebs Landesmuseen finanziert werden. Diese Möglichkeit wird auch die Umsetzung von geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekten stärken, die für die kulturwissenschaftlichen Museen von großer Bedeutung sind. Dank der Kompetenz der Forschungsräte können Projekte jetzt nach internationalen Standards bewertet werden.

In den Forschungsrat wurden Expert/-innen berufen, die bereits in den wissenschaftlichen Beiräten der einzelnen Landesmuseen vertreten sind: Lukas Madersbacher von der Universität Innsbruck, Annaluisa Pedrotti von der Universität Trient, Frank Rühli von der Universität Zürich, Herlinde Menardi, Volkskundlerin und ehemalige Direktorin des Tiroler Volkskunstmuseums in Innsbruck, Roland Psenner von der Universität Innsbruck, Harald Pechlaner von der Universität Eichstätt-Ingolstadt, Landesgeologe Volkmar Mair, Federica Viganò von der Universität Bozen und Heinrich Huber vom Museum Ladin. Ihnen haben gestern die Projektleiter ihre Forschungsvorhaben vorgestellt, die im Dialog mit dem Forschungsrat diskutiert wurden. Frank Rühli war via Skype aus Zürich zugeschaltet. Der Forschungsrat hat nach eingehender Diskussion für alle sieben eingereichten Projekte die Förderwürdigkeit gemäß internationalen Standards und den betriebsinternen Kriterien für die Forschung festgestellt.

(LPA)

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