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Museen | 22.02.2016 | 14:15

Archäologische Zeugnisse im Überetsch: Forschungsband vorgestellt

Den 5. Forschungsband des Südtiroler Archäologiemuseums, der die Archäologie des Überetsch zum Thema hat, wurde heute von Günther Kaufmann, Herausgeber und Konservator am Südtiroler Archäologiemuseum, im Beisein von LR Florian Mussner in Bozen vorgestellt. „Es gilt, archäologische Zeugnisse nicht nur aufzubewahren, sondern sie auch den Bürgern zugänglich zu machen“, sagte Mussner.

LR Mussner, Dalla Torre, Fleckinger und Kaufmann präsentierten den neusten Forschungsband des Archäologiemuseum (FOTO:LPA/Angelika Schrott)LR Mussner, Dalla Torre, Fleckinger und Kaufmann präsentierten den neusten Forschungsband des Archäologiemuseum (FOTO:LPA/Angelika Schrott)

Der soeben erschienene zweisprachige Forschungsband des Archäologiemuseums behandelt die Geschichte des Überetscher Raumes aus dem Blickwinkel der Archäologie. Die Anfänge der Besiedlung in den heutigen Gemeinden Eppan und Kaltern reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück. Im ersten Teil des Buches werden die urgeschichtlichen Perioden von der Mittelsteinzeit bis zum Ende der Eisenzeit im Überetsch vorgestellt. „Im zweiten Teil folgen 32 Aufsätze zu einzelnen Fundstellen, wobei die meisten viel neues Material von schon bekannten Fundstellen vorlegen“, erklärte Kaufmann.

Die Erforschung und Veröffentlichung archäologischer Daten erfolgt oft mit zeitlichem Abstand zur Grabungstätigkeit. Daher ist es für die Archäologie wichtig, wenn Fundstätten systematisch bearbeitet werden und Wissen dazu veröffentlicht wird.

Museen-Landesrat Florian Mussner ist deshalb überzeugt davon, dass es mit dem Aufbewahren der archäologischen Zeugnisse nicht getan sei. „Schutz und Unterschutzstellung ist der erste Schritt, der zweite muss die wissenschaftliche Bearbeitung der archäologischen Zeugnisse sein, und damit die Rückgabe an die Gesellschaft in Form von Information, von Wissen; die Bürger sind interessiert an ihrer eigene Vergangenheit und müssen informiert werden, dazu bedarf es der wissenschaftlichen Bearbeitung und der Vermittlung der Ergebnisse“, betonte Mussner bei der Buchvorstellung

„Mit diesem Buch unterstreicht das Südtiroler Archäologiemuseum erneut seine Bedeutung als Forschungsinstitution, neben der Vermittlung ein wichtiges Anliegen des Museums“, unterstrich Karin Dalla Torre, Direktorin der Abteilung Museen und des „Betriebs Landesmuseen“. Museumsdirektorin Angelika Fleckinger beschrieb die neue Publikation als Basiswerk für die Südtiroler Archäologie.

„Archäologie des Überetsch“ ist nach „Der Heilige Winkel“ der zweite Band in der Schriftenreihe des Südtiroler Archäologiemuseums, der sich mit der Vor- bis Frühgeschichte eines Gebietes in Südtirol beschäftigt und der nach der Veröffentlichung einzelner Fundstellen eine Zusammenschau bietet. Im Fall des Bandes über das Überetsch ist exemplarisch ein überschaubares Gebiet ausgewählt worden, welches heute noch zu den schönsten des Landes gehört und die besten klimatischen und landwirtschaftlichen Voraussetzungen für eine lang andauernde Besiedlung mitbringt. Diese Voraussetzungen waren in der Urgeschichte umso wichtiger. Nicht umsonst zählt das Überetsch zu den archäologisch quellenreichsten Gebieten in Südtirol. Es war deshalb ein lange bestehendes Desiderat, diese archäologischen Quellen systematisch zu untersuchen und vorzulegen. Das Ergebnis ist eine - für Südtirol erstmalige - exakte Dokumentation der Jahrtausende alten Siedlungskontinuität und gleichzeitige Siedlungsdichte in einer Siedlungskammer wie es das Gebiet der Moränenterrassen im Überetsch darstellt.

Das Buch ist im Universitätsverlag Wagner in Innsbruck erschienen und im Archäologiemuseum, Museumsstraße 43, in Bozen sowie im Buchhandel erhältlich.

 

(SAN)

  1. LR Mussner: „Es gilt, archäologische Zeugnisse nicht nur aufzubewahren, sondern sie auch zugänglich zu machen“ (FOTO: LPA/Angelika Schrott) [JPG 17 KB]

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