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Museen | 29.03.2016 | 13:00

Schloss Wolfsthurn ist ab 1. April wieder offen

Das barocke Schloss Wolfsthurn in Mareit bei Sterzing mit dem darin untergebrachten Landesmuseum für Jagd und Fischerei startet am 1. April in die neue Saison. Zu sehen ist heuer die Sonderausstellung „Höfe ohne Männer. Frauenalltag im Ersten Weltkrieg“. Sie geht der Frage nach, wie Frauen im ländlichen Tirol die Zeit des Ersten Weltkrieges erlebten.

Schloss Wolfsthurn öffnet wieder seine Tore für Besucher (FOTO: Scatà)Schloss Wolfsthurn öffnet wieder seine Tore für Besucher (FOTO: Scatà)

„Das schönste Schloss von Tirol“ - so bezeichnete der Tiroler Historiker Johann Nepomuk Tinkhauser im 19. Jahrhundert Schloss Wolfsthurn. Es thront auf einem Hügel oberhalb von Mareit bei Sterzing und befindet sich seit seiner Erbauung im Besitz der Familie Sternbach. Seit 1996 beherbergt es das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei. Das Museum zeigt die original eingerichteten Prunkräume mit ihren 365 Fenstern und eine reiche kulturhistorische Sammlung zur Jagd- und Fischereigeschichte.

Heuer ist auf Schloss Wolfsthurn die Sonderausstellung „Höfe ohne Männer. Frauenalltag im Ersten Weltkrieg“ zu sehen, die im vergangenen Jahr im Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim bei Bruneck lief. Die Ausstellung zeichnet anhand von Fotografien, Briefen, Zeitungsberichten, Erinnerungsstücken, Interviews usw. ein Bild der damaligen Lebenswelt: In den Jahren zwischen 1914 und 1918 waren viele Frauen auf Tirols Bauernhöfen auf sich gestellt. Sie mussten den Alltag in Kriegszeiten, also unter besonders schweren Bedingungen, bewältigen. Auf ihren Schultern lastete die Verantwortung für das Überleben der Familie und des bäuerlichen Betriebes. Der Arbeitskräftemangel war groß. Eine beträchtliche Anzahl an Zugtieren war vom Militär requiriert worden. Es fehlte an Saatgut und Düngemitteln. Die Erträge sanken teilweise rapide ab. Das Militär beschlagnahmte Schlachtvieh und Heu ohne Rücksicht auf die lokalen Erfordernisse. Eine weitere Verschärfung der Situation brachte die Kriegserklärung Italiens im Mai 1915. Tirol stand unter Militärverwaltung und war besonders strengen Bedingungen unterworfen. Gleichzeitig unterlagen Frauen einer starken sozialen Kontrolle. Ihre Lebensweise wurde genau beobachtet und in Presse und Öffentlichkeit teils scharf kommentiert. Die Sonderausstellung soll dazu beitragen, dieses bisher wenig erforschte Gebiet der Weltkriegshistoriographie aufzuarbeiten.

Schloss Wolfsthurn ist vom 1. April bis 15. November von Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet (letzter Einlass jeweils eine halbe Stunde vor Schließung).

Weitere Informationen im Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei, Schloss Wolfsthurn, Mareit, Kirchdorf 25, in Ratschings (Tel. 0472 758121) und im Internet unter www.wolfsthurn.it.

Einen Überblick über alle Museen, Sammlungen und Ausstellungsorte in Südtirol bietet hingegen das Museumsportal www.museen-suedtirol.it.

(SAN)

  1. Sonderschau „Höfe ohne Männer. Frauenalltag im Ersten Weltkrieg“ (FOTO: © Caroline Renzler 2015) [JPG 23 KB]

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